Toxisches Muster oder pädagogische Superkraft?

Andreas Ebenhöh im #Kitahelden-Shirt mit der Frage: Darf ich mit meiner psychischen Erkrankung oder meinem Trauma in einer Kita arbeiten?

Toxisches Muster oder pädagogische Superkraft? 🧠⚡️👇

Mit psychischer Erkrankung in der Kita arbeiten?

Kann man mit einer eigenen psychischen Erkrankung oder unaufgearbeiteten Kindheitstraumata in der Kita arbeiten? Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an.

Eigene Wunden können im Kita-Alltag zu zwei völlig unterschiedlichen Dingen werden:

💣 Das Risiko: Wenn Traumata unreflektiert bleiben, werden Kinder schnell zur Projektionsfläche. Eigene Trigger führen zu Überreaktionen, Grenzen werden verschwommen oder eigene unerfüllte Bedürfnisse aus der Kindheit werden über die Kinder gestillt. Das ist hochgefährlich, unprofessionell und verletzt unsere Vorbildfunktion.

✨ Die Superkraft: Wer die eigenen Wunden verarbeitet hat und bewusst reflektiert, bringt oft eine enorme Gabe mit. Du entwickelst eine Glaubwürdigkeit, Empathie und Sensibilität, die man aus keinem Fachbuch lernen kann. Du siehst die leisen Hilferufe von Kindern oft schneller als alle anderen.

Professionalität heißt: die eigenen Knöpfe kennen

Wo verläuft die Grenze? Die Grenze liegt in der Eigenverantwortung.
Als Pädagog:innen tragen wir die Verantwortung für das Wohl der Kinder. Ein eigener Rucksack ist keine Schande, aber es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass dieser Rucksack nicht auf den Rücken der Kinder geladen wird. Professionalität heißt zu wissen, wo die eigenen Knöpfe liegen und wann man Hilfe oder eine Pause braucht.

💡 3 Tipps für den professionellen Umgang mit eigenen Wunden:

1️. Die Trigger-Landkarte erstellen: Finde für dich heraus, welche Verhaltensweisen von Kindern oder Kolleginnen dich emotional überrollen und warum.

2️. Therapie & Supervision nutzen: Die Aufarbeitung von Traumata gehört in professionelle Hände, nicht in den Kita-Alltag und nicht an die Kinder.

3️. Grenzen kommunizieren: Bitte im Team um Unterstützung, wenn du merkst, dass dich eine Situation persönlich zu stark belastet („Ich merke, ich werde gerade getriggert – kannst du übernehmen?“).

👇 Deine Perspektive: Wie nimmst du das Thema in der Praxis wahr? Ist mentale Gesundheit im Kita-Team bei euch noch ein Tabu? Schreib es in die Kommentare!

Was Leitung und Team konkret tun können

Seien wir ehrlich: Über mentale Gesundheit wird in vielen Kitas immer noch nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen. Dabei ist ein Team, das offen darüber reden kann, nicht schwächer, sondern deutlich stärker. So macht ihr das Thema besprechbar:

💡 4 Ideen für euer Team:

1️. Ein Codewort vereinbaren: Legt ein Wort oder Zeichen fest, mit dem jede Fachkraft signalisieren kann: „Ich brauche gerade eine Ablösung.“ Ohne Erklärung, ohne Rechtfertigung. Wer übernimmt, fragt später in Ruhe nach.

2️. Situationen sammeln, nicht Diagnosen: Sprecht im Team darüber, welche Situationen euch an die Grenze bringen (Schreien, Beißen, Weinen, bestimmte Eltern). Niemand muss seine Geschichte erzählen. Es reicht zu wissen, wo jemand Unterstützung braucht.

3️. Fallbesprechung und Supervision fest einplanen: Belastende Situationen gehören in einen geschützten Raum, regelmäßig und nicht erst, wenn es brennt.

4️. Leitung als sicherer Hafen: Leitungen, die selbst offen sagen „Das hat mich heute ziemlich mitgenommen“, machen es dem ganzen Team leichter. Vorbild wirkt auch hier.

Dein #Kitahelden MOVE für diese Woche

Nimm dir 5 Minuten und starte deine Trigger-Landkarte: Schreib drei Situationen aus dem Kita-Alltag auf, die dich in letzter Zeit emotional überrollt haben. Schreib daneben, was du in diesem Moment gefühlt hast und was du gebraucht hättest. Mehr nicht. Du wirst staunen, wie viel Klarheit diese kleine Liste bringt.

Wichtig: Wenn du merkst, dass dich alte Wunden gerade sehr belasten, hol dir bitte professionelle Hilfe. Auf unserer Seite Hilfe und Unterstützung findest du Anlaufstellen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von echter Professionalität. ❤️

Ihr wollt mentale Gesundheit im ganzen Team stärken?

Genau dafür komme ich zu euch in die Kita: Im Inhouse-Seminar Resilienz, Achtsamkeit und Selbstfürsorge drücken wir gemeinsam die Pausetaste, finden eure Kraftquellen und entwickeln Wege, wie ihr euch im Kita-Alltag gegenseitig auffangt. Raus aus dem Hamsterrad, rein in die Kraft!

👉 Alle Infos zum Inhouse-Seminar Resilienz und Achtsamkeit

Auf der Seite findest du auch unser Trägerschreiben, mit dem ihr die Fortbildung ganz einfach bei eurem Träger beantragen könnt. Du bist keine Leitung? Dann leite diesen Beitrag einfach an deine Leitung weiter. 😉

Denn wer die eigenen Wunden kennt und gut für sich sorgt, kann für Kinder ein echter sicherer Hafen sein.

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